Geist und Materie

Eine der größten Inspirationsquellen sind für mich die Aussagen des Physikers und Trägers des Alternativen Nobelpreises Hans Peter Dürr . Dürr betont, das die Welt, die wir erleben, keinen dinglichen Charakter hat, sondern eine Beziehungsstruktur aufweist, welche wir direkt erfahren können. Er vermeidet den Ausdruck Realität (Res = lat. : Ding,Sache) und spricht stattdessen von einer Wirklichkeit, die unserer Welt zugrunde liegt. Er meint damit, dass das, was wir um uns herum wahrnehmen, keine materielle Ursache hat, sondern das etwas im Hintergrund wirkt, welches der Welt einen potenziellen Charakter gibt. Etwas flapsig könnte man auch sagen : Alles kann, nichts muss. Dieses Etwas kann man nach meinem Verständnis als Geist, Gott, Sinn, oder wie man möchte bezeichnen. Die meisten Menschen haben ein intuitives Veständnis von diesem Etwas, dass sich nicht erklären lässt, aber eben doch so real erlebt wird wie Zahnschmerzen. Einen schönen Einstieg in seine Gedankenwelt bietet dieses Interview mit Vesna Kerstan. Ein, wie ich finde, echtes YouTube-Highlight .

https://www.youtube.com/watch?v=sC1BZX3jpUAal

Ein Gedanke zu „Geist und Materie

  1. Johannes Stockmeier

    Die klassische philosophische Definition von Realität ist: Widerstand im Sinne eines Durchdringenwollens. Da haben wir bereits beide Seiten, das Dingliche und die Beziehung.  Die Beziehung existiert nur durch das Dingliche und der Idealismus Hegels würde sagen, das Dingliche auch nur durch die Beziehung. Dagegen halte ich es für sinnlos, beides gegeneinander ausspielen zu wollen. Es gibt erweiterte Begriffe von Realität, aus denen das Dingliche verschwunden zu sein scheint, die persönliche Realität oder die gesellschaftliche Realität, wo es nur noch um die Deutung von Fakten geht. Da muss man dann schon etwas genauer hinschauen.
    Ich habe nicht viel von Dürr gelesen und kann mich nicht an so eine Definition von ihm erinnern. Mir scheint da die Gefahr der modernen Hybris im Hintergrund zu lauern, dass die Wirklichkeit das ist, was wir aus ihr machen und es in unserem Belieben stünde, sie zu verändern. Das künstlerische Manifest dieser Hybris ist der Film Matrix. Der Film muss natürlich der Anschaulichkeit wegen zwischen einer künstlichen und einer echten Wirklichkeit unterscheiden, aber eigentlich geht es ja darum, dass alle Realität eine Matrix ist. Wer sie durchschaut, wird zum Übermenschen.

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