The King ( King of your heart )

Der „King“ entstand,soweit ich mich erinnere, im gleichen Jahr wie „Einsame Nächte“ und war lange Zeit der Opener der TREEHOUSE Gigs.  Schon bei den ersten Takten konnten die meisten Zuhörer nicht mehr stillstehen.
Der Text beschreibt eine Art Erweckungserlebnis. Zugegeben etwas abgefahren, aber man darf ja mal träumen.

 

2018…Ein Sommer

Ein letzter Gang mit den Hunden ums Eck. Das trockene Rascheln des Laubs bei jedem Schritt will sagen: Es ist Herbst! Aber mein T-Shirt hat keine Arme, die Jacke bleibt nutzlos an der Garderobe hängen. Selbst der stetige Wind hier oben an der Haar bringt angenehme Wärme. Wenn es einen Wettergott gäbe, würde der sagen: Also, Leute in Deutschland, mehr kann ich nicht tun. Wer jetzt noch nach Malle fliegt, muss es nicht wegen des Wetters, sondern höchstens, weil er / sie schon Anfang des Jahres gebucht hat. Rudi Carell sang vor 40 Jahreni „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“. Da heisst es im Refrain: .“…mit Sonnenschein von Juni bis September…“ Tja, good old Rudi, von jetzt ab gilt: Von April bis Oktober…was aber leider nicht so schön in’s Versmaß passt. Egal, einfach nur genießen und dem Winter den Stinkefinger zeigen.

Am Abend

Gerade stehe ich auf der Dachterasse und schaue in den Himmel. Das Abendrot schimmert über dem Westen. Ein heller Punkt wandert über den Wolken um wenige Minuten später im Südosten zu verschwinden; Es ist die Internationale Raumstation mit Alexander Gerst und seinen Kollegen. In Gedanken sende ich einen Gruß. Eine Schar Wildgänse sammelt sich unter lautem Rufen und macht sich auf den Weg. Auch ihnen gilt mein Gruß. Es wird kühl. Im warmen Zimmer warten meine Frau und unsere Hunde. Das Leben ist schön…

Schöne Pferde

Ich werde ja zugegebenermaßen mit jeder weiteren Runde um die Sonne naturverbundener. Seit einiger Zeit fahre ich also (fast) jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit einen kleinen Umweg über Haus Füchten, nur um – Ich nenne sie so – meine „Freunde“ zu sehen. Wenn ich sie dann schon von Weitem sehe, freue ich mich jedesmal aufs Neue. Bei soviel Schönheit geht mir einfach das Herz auf.

Einsame Nächte

Den Text zu „Einsame Nächte“ schrieb ich Ende der Achtziger während einer mehrjährigen Phase des Single-Daseins. Die Aufnahme mit unserer Band TREEHOUSE entstand im Proberaum ( oben rechts im Bild ) am Schleifmühlenweg, der leider nicht mehr existiert. Zur Veredelung des Takes holten wir damals Ansgar am Synthesizer dazu. Auf das Gitarren-Solo am Schluss bin ich heute noch ein wenig stolz.

Short Love

Der Song entstand 1989 nach dem Ende einer sechswöchigen Beziehung.
Zur Aufnahme verwendete ich damals einen Tascam 4-Spur Recorder.
Da ich noch in einer Männer-WG mit meinem Bruder wohnte und dieser bereits eingeschlafen war, musste ich beim Singen besonders leise sein.
Gerade dadurch kommt die Nummer besonders entspannt rüber.
Auch dieser Song gehörte zum TREEHOUSE -Repertoire, allerdings wesentlich rockiger mit 
„Uns Uwe“ am Gesang. Das Bild entstand wesentlich früher, noch ohne unsere Keyboarderin Anja.

 

Stonehenge live in Neheim 1999

Im Jahr 1999 spielten wir als „Stonehenge“, einer Deep Purple-Cover Band als Vorband von Snowy White im Kulturzentrum am Berliner Platz. Besetzung: Elke Pawlowski,Gesang – Thomas Jordt, Gitarre – Florian Pritsch, Keyboards – Theo Hoffmann, Schlagzeug – Michael Maschke, Bass.
Ich erinnere mich gerne an dieses Konzert.

Der Donk Song

Im Jahr 2006 bat mich mein Freund Torsten Meinders,  für seinen Puppenfilm „Donk“ den Titelsong zu schreiben.  Nachdem wir den Song im Studio aufgenommen hatten, entstand daraus auch noch ein Musikvideo, welches in der Original- Kulisse gedreht wurde.
Das Ergebnis (mit meiner Wenigkeit auf dem Barhocker mit Gitarre) gibt es hier zu sehen:

Lobotomie

Surfen im Netz kann immer wieder spannend sein, besonders, wenn man auf Geschichten stößt, von denen man bis dahin noch gar nichts gewusst hat. So ging es mir gestern bei meinem täglichen Besuch auf „Wikipedia“. Dort war auf der Startseite ein Link zu Milos Foreman, dem Regisseur, welcher am 18. Februar 85 Jahre alt geworden ist. Einen seiner Filme habe ich in den siebziger- und achtziger Jahren ca. 10-15 mal im Kino und im Fernsehen gesehen, weil er einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist: “ Einer flog über das Kuckucksnest“. (Den Roman zum Film hatte ich damals auch gelesen).
Also klickte ich mich weiter zum Film und von da aus zu einem zentralen Aspekt darin, der Lobotomie. Diese ist eine Methode der Psychochirurgie, bei der zentrale Nervenverbindungen zum Stirnlappen des Gehirns durchtrennt werden, um dadurch Schmerz-Zustände aber auch Psychosen und Depressionen buchstäblich mit einem Schnitt zu beseitigen. Die Art und Weise, wie die bei dieser Methode unausweichlichen Schäden an der Persönlichkeit der „Patienten“ – Ich möchte sie lieber Opfer nennen- in Kauf genommen wurden, ist aus heutiger Sicht einfach nur noch gruselig. Nichtsdestotrotz wurde für diese vermeintliche Sternstunde der Medizin 1949 der Nobelpreis verliehen.  Zurück zum Surfen: Eine der Hauptfiguren in der Geschichte der Lobotomie in den USA ist der Psychiater Walter Freeman, und dieser wiederum stand in einer freundschaftlichen Beziehung zum Vater von John F. Kennedy, nämlich Joseph P. Kennedy.
An dieser Stelle erfuhr ich zum ersten Mal, dass dieser eine Tochter namens Rosemary hatte,
Vermutlich passte Rosemary irgendwann im Laufe ihres Erwachsenwerdens nicht mehr so recht
ins Bild des erfolgreichen Clans, der ausnahmslos strahlende, intelligente Nachkommen hervorbringt. Also entschloss sich Patriarch Joe eines Tages dazu, die in seinen Augen  moderat missratene Tochter seinem Freund Walter Freeman zur „Behandlung“ zu übergeben. Was dann passierte, nachdem der Eingriff gründlich daneben ging, lässt sich hier schon erahnen…
Die Geschichte dieser lange Zeit unbekannten bzw. verschwundenen Schwester des ehemaligen US-Präsidenten möchte ich dem Leser an dieser Stelle ans Herz legen. Für mich ist sie ein abschreckendes Beispiel dafür, wohin es führt, wenn die Humanität und der Wert einer menschlichen Persönlichkeit einem elitären Anspruch geopfert wird und das Ganze dann unter dem Deckmantel einer anerkannten Wissenschaft geschieht.

Brot backen

Was hat Brot backen mit diesem Blog zu tun? Nun, ich habe heute wieder einmal festgestellt, dass es ein echtes spirituelles Erlebnis ist, mit einfachsten Mitteln und viel Liebe zur Sache etwas herzustellen, was man so in keinem Laden kaufen kann und auch nicht muss. Okay, ich habe nicht komplett auf Technik und auch nicht auf Fertigprodukte verzichtet: Zum Kneten meines Brotteigs habe ich unseren Brotbackautomaten benutzt, nach dem Motto „wenn er schon mal da ist“. Außerdem habe ich eine fertige Backmischung benutzt, in diesem Fall „Weißbrot“ aus dem Penny-Markt. Dazu noch geröstete Zwiebeln und etwas Olivenöl und natürlich Wasser, und schon konnte das Projekt Zwiebelbaguette losgehen. Das erste sinnliche Erlebnis war es zu sehen, wie aus diesen unscheinbaren Zutaten ein geschmeidiger, duftender Teig ensteht. Die weitere Bearbeitung habe ich nicht der Maschine überlassen, sondern auf der Arbeitsfläche den Teigklumpen in Form gebracht. Auch das ist wieder eine Freude, denn wenn der Teig die richtige Konsistenz hat, lässt er sich super in Form bringen, in diesem Fall halt länglich, wie ein Baguette oder eher ein Ciabatta. Dieser Teig hätte auch zu einer Pizza werden können, aber heute sollte er eine Beilage zu Jutta’s Obatzter sein. Der nächste Schritt ist immer wieder aufs Neue der Hammer: Der Teig „geht“, d.h. auf dem eingefetteten Backblech an einem warmen Ort vor Zug geschützt verdoppelt sich das Volumen und das ungebackene Brot fühlt sich wunderbar fluffig an. Jetzt noch backen, und im Nu breitet sich in der Küche dieser Duft aus, der gleich Appetit macht. Das Ergebnis war dann nach einer knappen halben Stunde Backzeit ein herrlich leckeres Brot, von dem jetzt ein paar Stunden später fast nichts mehr übrig ist. Fazit: Ich hätte mir die ganze Arbeit auch sparen können und einfach ein Baguette im Supermarkt besorgen können, hätte dann aber auf all die beschriebenen Freuden am Tun verzichtet. Jetzt gerade fiel mir der Kanon ein: „Froh zu sein bedarf es wenig…..“ In meinem Fall ging es um’s Backen, aber das Ganze lässt sich natürlich auf alles, was wir mit unserem Geist oder unseren Händen schaffen, übertragen. Ein Lob auf das Handwerk! Ich überlege gerade, wie ich mich von den überbordenden Angeboten der Supermärkte und Discounter (von denen ich 90% nicht wirklich brauche) weiter unabhängig machen kann…ich glaube, das nächste Projekt wird mein eigener Natursauerteig sein, auch das geht mit einfachsten Mitteln.

Gehirnwäsche

Ich oute mich als als kritischer Mitarbeiter der Firma, die mir meinen Lebensunterhalt sichert. Das hat mit einem Schlüsselerlebnis zu tun, welches ich vor nicht all zu langer Zeit während einer Ansprache unserer neuen Geschäftsführung hatte. Es wurde darauf hingewiesen, dass wir „auf einem guten Weg“ seien, dass es darum ginge, ein definiertes Ziel zu erreichen, und, jetzt kommt das Entscheidende: Das „wir“ das nur wollen müssen, dann stelle sich auch der gewünschte Erfolg ein. An diesem Punkt musste ich schlucken. Da möchte mir jemand vorschreiben, was und wie ich zu denken habe und worauf ich meine Motivation richten soll. Sorry, geht nicht, mit mir nicht. Hier ist für mich persönlich eine Grenze überschritten bzw. eine Tür geöffnet zu einem Bereich, zu dem ich meinem ansonsten durchaus geschätzten Arbeitgeber den Zutritt verweigere: Meine eigene Identität. Was gehört zu meiner Identität als Mitarbeiter, wo kann ich zustimmen und wo nicht?
Loyalität: Ja
Engagement: Ja
Fleiß: Ja
Respekt: Ja
Hilfsbereitschaft: Ja
Motivation: …..mmmh…Ja, fragt sich nur,welcher Art und woher die kommt.
Gefolgschaft: Nein!
Dieses war das Entscheidende in dem Moment, als ich schlucken musste. Ich wusste instinktiv, dass ich einen vorgegebenen Weg nicht blind und gehorsam mitgehen werde, sondern meine eigenen Entscheidungen immer mit meinem Gewissen abstimmen werde. Das kann halt dazu führen, dass ich hier und da komplett anderer Meinung sein kann, als mein Brötchengeber. Kann ich zustimmen, bin ich jederzeit dabei, läuft etwas gegen meine inneren Überzeugungen, bin ich raus. Das muss nicht bedeuten, dass ich mich jeglichen Änderungen verschließe, im Gegenteil. Null Veränderung bedeutet Stillstand und Langeweile, aber wenn es vorwärts geht, muss ich auch mal „Nein“ sagen, wenn die Richtung nicht stimmt. Ich möchte meinem neuen Arbeitgeber gar nicht einmal die Absicht unterstellen, er betreibe bewusst Gehirnwäsche, aber wenn es für mich darauf hinausläuft, ist Ende der Fahnenstange. Diese Haltung nehme ich nicht nur als Arbeitnehmer ein, sondern auch als Staatsbürger. Es gibt keine „Alternativlosigkeit“.

Gravitationswellen

Vor kurzem wurden die von Einstein vorausgesagten Gravitationswellen tatsächlich nachgewiesen. Dieses war in erster Linie das Ergebnis einer fast unglaublichen Messgenauigkeit. Angenommen wir haben einen Holzbalken, der 4,5 Lichtjahre lang ist.
Das sind über 40 Billionen Kilometer und das entspricht der Entfernung zum nächsten Fixstern, Alpha Centauri. Ein Holzbalken also, der von der Erde bis zu diesem so irre weit entfernten kosmischen Nachbarn reicht. Und jetzt kommt es: Würde eine Gravitationswelle durch diesen Balken laufen, würde dieser sich verlängern, und zwar um einen Betrag, der dem Durchmesser eines menschlichen Haares entspricht, also ca. 0,05mm. Diesen erstaunlichen Vergleich, und , was Gravitationswellen überhaupt sind, erklärt Harald Lesch in dem folgenden Video. Viel Spaß damit.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-centauri/alpha-centauri-gravitationswellen-2000_x100.html

http://br.de/s/sl0bYJ

Auf der Suche nach Wahrheit II

Ein kleiner Aufruf:

Nennt es Wahrheit, oder Realität, oder Wirklichkeit, oder Gott, oder Vernunft, oder Rationalität, oder Spiritualität, oder das Leben, oder das  „Ich“, oder Positivismus, oder Behaviorismus, oder Utilitarismus, oder Materialismus, oder Nihilismus, oder sonst ein -ismus….
Nennt es Fragen, nennt es Suchen, nennt es Zweifeln, nennt es Beweisen, nennt es Wissen, nennt es Glauben…
Es ist völlig egal, wie wir „Es“ nennen, wir scheinen dasselbe zu meinen: Das, was wir nicht in einen Begriff fassen können, das, von dem Hans Peter Dürr sagte: „Wir erleben mehr, als wir begreifen.“
Wir sind denkende, fühlende, handelnde Wesen, und können es gar nicht fassen.
Wir sind so geplättet von unseren Möglichkeiten, das wir nicht wissen, was richtig ist und was wir zuerst tun sollen.
That’s life, da ist Humanität, da ist Mitgefühl, da ist Miteinander, da ist Sinn…
Lasst uns einfach Mensch sein und das Beste tun, was in unseren Kräften steht.
Wir haben die Zukunft dieses einzigartigen, blauen Planeten in unseren Händen,
zumindest, was dessen Bewohnbarkeit für unsere Nachkommen betrifft.
Ich liebe diese Erde, ich liebe dieses Leben, ich liebe das Lebendige.
Ich finde es verdammt geil, einen Verstand und einen halbwegs funktionierenden Körper zu haben und in einem der reichsten Länder
dieser Erde mit all den Möglichkeiten geboren worden zu sein.
Man sollte diese Gelegenheit nutzen.

Der innere Schweinehund

Ich habe ihn in mir gesucht, aber nie gefunden. Ich habe ihn bei anderen Menschen gesucht, auch dort ist er mir nie begegnet. Ich habe Fragen an ihn gestellt, aber nie eine Antwort bekommen. Ich kenne seine Adresse nicht, obwohl man mir gesagt hat, dass die wohl irgendwo in meinem Stammhirn zu verorten ist. Ich weiß auch nicht, wo sein Name herkommt, ich weiß nur, dass ich sowohl Schweine als auch Hunde mag, genauso, wie ich überhaupt alles Lebendige mag, selbstverständlich inklusive meiner Artgenossen. Nein, ich kann kein Misanthrop sein. Immer wenn ich es versucht habe, bin ich eines Besseren belehrt worden. Klar, es gibt Arschlöcher, aber das entspringt nicht unserer wahren Natur. Wir können uns frei entscheiden, Gutes zu tun, und wenn wir es bewusst, am besten noch mit Freude tun, kommt es irgendwann auf uns zurück. Das ist keine graue Theorie oder Wunschdenken, sondern entspricht meinen eigenen Erfahrungen der letzten Jahre.
„In jedem Wesen steckt die Buddha-Natur“ – Buddhistische Grundannahme
„Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“ – Altes Testament
„Freude, schöner Götterfunken“ -Schiller
Was zählt, ist unser menschliches Potential, und nicht irgendwelche dunklen, egoistischen Triebe, die uns angeblich steuern. Wir sind soziale Wesen und keine eigennützigen Automaten namens Homo oeconomicus, wie uns der gegenwärtige Mainstream in Politik und Medien weismachen will. Es freut mich, zu erfahren, dass es mittlerweile eine Fülle an Experimenten aus der Spieltheorie und der Sozialpsychologie gibt, die eindeutig bestätigt haben, dass wir kooperativ handeln und Fairness lieben. Das „egoistische Gen“ eines Richard Dawkins bleibt dagegen eine reine Hypothese, die nicht beweisbar ist, allein schon deshalb, weil hier Subjektivität objektiviert werden soll, was nicht logisch sein kann. Ich habe daher beschlossen, die Suche nach dem inneren Schweinehund endgültig einzustellen. Vermutlich ist er erfunden worden, um sogenannten Faulpelzen und Taugenichtsen im Frühkapitalismus ein schlechtes Gewissen einzureden, um sich bitteschön dem Geist der protestantischen Arbeitsethik zu unterwerfen. Über ebendiese kann man angeblich in den Schriften des Soziologen Max Weber mehr erfahren. Dazu war ich bisher allerdings zu faul, da mir die für Soziologen so typischen Schachtelsätze zu anstrengend sind. oder hat mich doch ein innerer Schweinehund davon abgehalten…..:-)

Inspirationen

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Liste (ohne weitere Kommentare meinerseits) von Büchern und Videos vorstellen, die ich für empfehlenswert halte und die mich zu neuen, spannenden Erkenntnissen geführt haben.
Viel Spaß beim Lesen und Gucken !

Sachbücher:

1. Hoimar von DitfurthWir sind nicht nur von dieser Welt -1981
2. Lama Ole Nydahl – Wie die Dinge sind. Eine zeitgemäße Einführung in die Lehre Buddhas – 2002
3. Matthieu Ricard und Trinh Xuan Thuan – Quantum und Lotus; Vom Urknall zur Erleuchtung – 2008
4. Neil Postman –  Die zweite Aufklärung – 2001
5. Richard David Precht – Die Kunst, kein Egoist zu sein – 2010
6. Oliver Sacks – Stumme Stimmen; Reise in die Welt der Gehörlosen – 1989
7. Manfred Lütz – Gott. Eine kleine Geschichte des Größten – 2007
8. Robert Kurz – Schwarzbuch Kapitalismus ; Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft – 1999
9.. Max A.Höfer – Vielleicht will der Kapitalismus gar nicht, dass wir glücklich sind? – 2013
10.Hans-Peter Dürr – Es gibt keine Materie! – 2012

Videos:

Hans Peter Dürr

 

Karl-Heinz Brodbeck

 

Harald Lesch

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-centauri/alpha-centauri-radosophie-2001_x100.html

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-centauri/alpha-centauri-physiker-2002_x100.html

Europa

Immer wenn ich in den 70er-  und 80er-Jahren als Tourist im europäischen Ausland war, hatte ich ein  Gefühl von Verbundenheit,  basierend auf einer gemeinsamen Kultur und geteilten Werten. Man war zwar nicht zu Hause im vertrauten Umfeld, aber so richtig fremd waren einem die Einwohner der anderen Länder nicht, die Holländer, Franzosen, Dänen, Engländer und all die anderen. Damals kam mir oft der Gedanke, dass die Grenzen zwischen den Ländern Mitteleuropas irgendwie überflüssig wirkten. Ich fand, die Idee eines vereinten Europas hatte was. Um so enttäuschter bin ich heute, wenn ich sehe, was unfähige Politiker und Lobbyisten aus dieser Idee gemacht haben. Es konnte nicht gut gehen, dass man jahrelang diejenigen nach Brüssel geschickt hat, deren Karrieren hier in Deutschland ins Stocken geraten waren und die für eine professionelle Arbeit im eigenen Land einfach nicht gut genug waren. Jetzt haben wir es mit dilettierenden Entscheidungsträgern (EU-Komission) zu tun, die niemand gewählt hat. Die demokratischen, humanistischen Werte, von denen ich früher dachte, dass unsere Zukunft darauf gebaut würde, sind durch einen Turbokapitalismus ersetzt worden, der nur noch sich selbst zum Zweck hat. Der Glaube an die Segnungen dieser Amok laufenden Wirtschaftsform hat bei manchen Protagonisten schon religiöse Züge. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages die Vernunft zurückkehrt und man sich gemeinsam darüber Gedanken macht, was für eine Zukunft wir eigentlich wollen. An deren Gestaltung müssen alle gleichberechtigt mitwirken können, auch die Kirchen. Mit betriebswirtschaftlichen Methoden allein werden sich die kommenden Probleme jedenfalls nicht lösen lassen. Mir persönlich sind Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Humor, Kunst, Musik und Kultur wichtiger und Sinn-stiftender als Wachstum, Effizienzsteigerung und Selbst-Optimierung.

Frohe Weihnachten

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte,

an dieser Stelle möchte ich allen zum Abschluss des Jahres ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. In den letzten Wochen ist mir wieder bewusst geworden, dass das Weihnachtsfest alles in allem eine schöne Tradition darstellt zu der wir stehen sollten, anstatt Weihnachtsmärkte in Wintermärkte umzubenennen oder wie in Holland an Nikolaus
den „Zwaarte Piet“ (Schwarzer Peter) in die Verbannung zu schicken. Politische Korrektheit ist nicht mein Ding und wird es auch nicht sein. Ich hoffe, dass sich im neuen Jahr die Lage wieder ein wenig entspannt und in der Öffentlichkeit und den Medien ein kritischer Dialog geführt wird, in dem auch mal auf die Unterschiede zwischen den Weltreligionen hingewiesen wird, anstatt eines oberflächlichen „piep piep wir ham uns alle lieb“. Ich bin kein PEGIDA-Befürworter, dennoch bin ich der Meinung, dass ein traditioneller Islam mit seiner strengen Auslegung des Koran nicht zu Europa gehört. Möglicherweise werde ich in diesem Blog im neuen Jahr noch das ein oder andere Mal etwas zu diesem Thema schreiben. Bis dahin lasst uns auf wahre Werte wie Freundschaft, Liebe und Respekt anstossen ( ruhig auch unter Einbeziehung von Alkohol ) und gemeinsam freudvoll ins neue Jahr rutschen !

Euer Mike

Auf der Suche nach Wahrheit

Es ist an der Zeit, ein paar Worte darüber zu verlieren, warum ich diesen Blog überhaupt begonnen habe. Dazu möchte ich kurz mein eigenes Verhältnis zu Wissenschaft und Religion beschreiben, und zwar, wie es sich im Laufe meines Lebens entwickelt hat.
Ich bin katholisch getauft, komme aber nicht aus einem besonders frommen Elternhaus. Man war halt katholisch oder evangelisch, ohne dass das für den Alltag von großer Bedeutung war. Allerdings hatte ich immer eine sehr positive Beziehung zu Jesus, nicht zuletzt durch das Musical „Jesus Christ Superstar“, welches zu meiner Teenager-Zeit gerade aktuell in den Kinos war. Die Platte habe ich heute noch. Ich fand, dass Jesus einfach ein verdammt netter und ehrlicher  Typ war, der es zu jeder Zeit gut meinte und die Menschen so liebte, wie sie sind. Darüber hinaus fand ich auch im alten Testament tolle Gleichnisse, wie z.B. die Vertreibung aus dem Paradies. Ich wäre aber auch schon damals niemals auf die Idee gekommen, diese Gleichnisse oder Jesus‘ Wundertaten wortwörtlich zu nehmen, so, wie das heute besonders in evangelikalen Kreisen in den USA getan wird. Niemals hätte ich es akzeptiert – und tue es bis heute nicht – dass Jesus oder irgendein Gott in der Lage sein soll, die Naturgesetze zwischenzeitlich ausser Kraft zu setzen. Damit sind wir bei meinem zweiten Zugang zur Wahrheit in dieser Welt: Den Naturwissenschaften. Besonders die Astronomie hatte es mir angatan. Stundenlang konnte ich in den nächtlichen Sternenhimmel schauen und war fasziniert davon, wie unfassbar riesig dieses  Universum ist, wie unerreichbar fremde Welten sind, aber ich war ebenso fasziniert von der Tatsache, wieviel man von der Erde aus mit wissenschaftlichen Methoden über dieses Universum herausfinden kann. Ich begann also alles, was mir an poulärwissenschaftlicher Literatur in die Hände fiel, zu verschlingen. Nicht nur die Astronomie, auch z.B. Dinosaurier gehörten jetzt zu meinen Hobbies. Was mich, und jetzt komme ich langsam auf den Punkt, in dieser Zeit zwischen meinem sechsten und achtzehnten Lebensjahr ganz besonders geprägt hat, waren Fernseh-Wissenschaftler wie Hoimar von Ditfurth, Volker Arzt, Heinz Haber und Horst Stern. Bei denen fühlte ich mich immer gut aufgehoben weil ich das Gefühl hatte: Die sind selbst fasziniert von dieser Welt und lassen Dich daran teilhaben. Von Zeit zu Zeit machte es dann manchmal „Klick“ in meinem Kopf, und ich war wieder zu einer neuen Erkenntnis gekommen: „Aah, so ist das ! Jetzt verstehe ich auch…usw. usw.“ Diese Momente des Staunens und Erkennens konnte mir kein Krimi oder Horrorschocker ersetzen. Das ist bis heute so geblieben. Geblieben sind aber leider nicht die eben genannten Populärwissenschaftler, zumindest nicht im Fernsehen. Eine rühmliche Ausnahme ist Harald Lesch, aber dann wirds auch schon dünne. Damit schliesst sich in meinem Kopf der Kreis von Jesus zu den Wissenschaften, und ich habe darin nie einen Widerspruch gesehen. Warum nicht? Jesus bzw. Buddha  ( inzwischen bin praktizierender Buddhist ) geben mir Antworten auf Fragen wie: „Was ist Liebe ?“, „Wie kann ich Gutes tun ?“,“Was soll das Ganze eigentlich ?“ Darauf kann Wissenschaft, wenn sie redlich betrieben wird und sich an die selbstauferlegten Regeln hält, keine Antworten geben. Sie ist da einfach nicht zuständig. Leider gibt es heute immer mehr Wissenschaftler wie z.B. Richard Dawkins, die meinen, die Welt wäre eben doch vollständig mit wissenschaftlichen Methoden erklärbar und religiöse Menschen hätten einen an der Pfanne. Wenn es um Fundamentalisten geht, die z.B. die Bibel wortwörtlich auslegen oder den Dschihad predigen, stimmt das leider sogar. Wenn meine Frau aber zu mir sagt: „Ich liebe Dich“, dann kann ich das halt nur glauben, denn beweisbar weil selbst erlebbar ist nur die Welt im eigenen Kopf und nicht die im Kopf meiner Frau. Die Wahrheit der Aussage „Ich liebe Dich“ ist im Raum, in einer gemeinsam erlebten und dadurch realen Wirklichkeit, und nicht in einer damit korrelierenden Hormonausschüttung oder Hirnaktivität. Menschen wie Richard Dawkins machen sich aber selbst zu Fundamentalisten, indem sie meinen, ihre Form des Atheismus ließe sich wissenschaftlich begründen. Das halte ich für unredlich und gefährlich, da es wieder einmal die Gesellschaft spaltet in die „vernünftigen“ Realisten und die „unvernünftigen“ weil unwissenschaftlichen Träumer oder Spinner. Das regt mich auf und daher dieser Blog. Ich habe fertig. Punkt.

Neulich, in der Döner-Bude

Vor kurzem hatte ich ein sehr einprägendes Erlebnis, als ich in Sachen Abendessen Kunde bei unserem türkischen Imbiss vor Ort war. Was als Routine begann, entwickelte sich zu einer für mich persönlich sehr lehrreichen Erfahrung von Geduld und Großzügigkeit. Was war passiert ? Nun, an diesem sonnigen Spätnachmittag war es ungewöhnlich voll an der kleinen Theke. Wie gewohnt konnte ich zwar schon nach kurzer Wartezeit meine Bestellung abgeben. Danach aber passierte erstmal gar nichts, jedenfalls, was meine Bestellung betraf. So verging eine Viertelstunde, eine halbe, eine ganze Stunde. Spätestens jetzt merkte ich, dass ich immer ungeduldiger wurde. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, man habe mich schlicht vergessen. Schließlich fasste ich den Entschluss, eine beleidigte, zornige Miene aufzusetzen und scheinbar beiläufig nach meiner Bestellung zu fragen. Einer der vier Angestellten, der mit der Bedienung des Pizza-Ofens beauftragt war und der mich als Stammkunde gut kennt, fragte noch zurück: „Was hattest Du denn bestellt ?“ Meine Antwort: „Eine große Calzone und eine große Milano.“ „Kommt doch gleich, kein Problem.“ In dem Moment wurde mir klar, dass ich nicht etwa vergessen worden war oder das Bedienungs-Team getrödelt hatte, sondern man war schlicht und einfach dem großen Ansturm nicht gewachsen und trotzdem gaben alle ihr Bestes. Ich dachte: Wenn ich jetzt weiter die beleidigte Leberwurst spiele, dann ist das nicht fair, und zwei Leute gehen heute mit einem schlechten Gefühl nach Hause: Der Pizza-Mann, der sich für mich abgerackert hat und mich freundlich und aufmerksam bedient hat wie immer, ohne dafür gewürdigt zu werden, und ich selbst, der ihm mit saurer Miene Unrecht getan hat. In der Zwischenzeit hatte ich gemerkt, wie sich mein Zorn verzogen hatte, und dass es jetzt erst recht blöd wäre, weiter auf genervt zu machen. Als ich dann meine Bestellung entgegennehmen durfte und bezahlt hatte, schenkten wir – der Pizza-Mann und ich- uns gegenseitiges ein frohes Lächeln, welches wirklich von Herzen kam, und wünschten uns noch einen schönen Abend. Diese kleine Episode hat mir wieder einmal gezeigt, dass es ganz allein an uns selbst liegt, ob wir uns gegenseitig den Tag versauen oder verschönern und dass es sich lohnt, nicht im Zorn zu handeln sondern sich selbst dabei zu beobachten, wie unsere Gefühle und Gedanken kommen und gehen ohne dass man immer gleich darauf eingehen muss. Und nebenbei bemerkt: Ein freundliches, ehrliches Lächeln und eine ebenso ehrlich gemeinte nette Bemerkung  sind zu hundert Prozent kostenlos.

Glück und Mathematik

Ich war noch nicht an einer Umfrage beteiligt, bei der es um die Frage geht: „Sind Sie glücklich ?“, würde aber uneingeschränkt mit „Ja“ antworten. Früher hätte ich mit der Antwort gezögert und hätte wahrscheinlich tausend Gründe gefunden, nicht glücklich zu sein, aber seitdem ich gelernt habe, das Leben als ein Geschenk anzunehmen und versuche, andere an diesem Geschenk teilhaben zu lassen und gemeinsam spontan entstandene Freude zu erleben, fällt mir das „Ja“ als Antwort auf die Eingangsfrage immer leichter. Zugegeben: Wenn ich mal Zahnschmerzen habe oder einen schwierigen Kollegen, mag der Blick auf das eigene Glück getrübt sein, die Grundeinstellung bleibt aber. Als Mitteleuropäer des 21. Jahrhunderts, der in einer langen Phase des Friedens eine behütete Kindheit ohne Mangel und eine gute Ausbildung genießen durfte, finde ich das nicht erstaunlich. Unglücklich zu sein entsteht aus dem Gefühl heraus, dass einem etwas fehlt, dass die Menschen um einen herum einem Schwierigkeiten bereiten oder aus der Hoffnungslosigkeit, sowieso niemals im Lotto zu gewinnen. Wenn man aber einmal an sich selbst beobachtet, wie bereichernd es ist, vom eigenen Reichtum – und der muss nicht einmal materieller Natur sein – etwas abzugeben, Menschen (oder auch Tiere) zu beschenken, einfach nett und zuvorkommend zu sein und genussvolle Momente zu teilen, dann stellt sich nach meiner eigenen Erfahrung das Glück ganz von allein ein. Das heißt nicht, dass man träumerisch und selbstvergessen, naiv und gutgläubig durchs Leben gehen sollte, sondern im Gegenteil: Aus dem eigenen Glück und der Einmaligkeit des Menschseins entsteht das Bedürfnis, anderen zu helfen und Not zu lindern, wo es geht. Was hat das alles jetzt mit Mathematik zu tun ? Nun, da ich schon seit längerem der Auffassung bin, dass sich die menschliche Wirklichkeit nur sehr unzureichend mathematisch beschreiben lässt, fiel mir passend dazu die alte Weisheit von der geteilten Freude ein, die ja bekanntlich doppelte Freude sein soll. Nach meinen eigenen, bescheidenen mathematischen Kenntnissen würde das bedeuten: 1 geteilt durch 2 = 2, was wiederum eine unwahre Aussage wäre. Also zeigt sich die Mathematik in diesem Fall als ungeeignet, etwas zu beschreiben, dass wir selbst erleben können und das somit Teil unserer Wirklichkeit ist. Zur Ehrenrettung der Mathematik sei aber noch gesagt, dass sie sich zur Beschreibung der physikalischen Wirklichkeit hervorragend eignet – zumindest so lange wir nicht in die Tiefen der Quantenphysik vordringen, denn dort versagt bislang unsere Alltagssprache und mit ihr auch die uns vertraute Mathematik.

Was treibt die Borg an ?

Mich hat – als alter „Star Trek“-Fan – eine Frage immer wieder beschäftigt: Was treibt kriegerische Spezies, wie z.B. die Klingonen oder die Borg eigentlich an, das Universum erobern zu wollen ? Gehört dazu nicht eine gehörige Portion Leidenschaft, muss man nicht zu Emotionen fähig sein um motiviert zu sein, etwas zu tun ? Im Falle der Klingonen ist die Frage schnell beantwortet. Sie sind nachweislich äußerst leidenschaftlich bei der Sache, und  für ihr Volk zu kämpfen, ist für sie die höchste Tugend. Anders sieht es bei den Borg aus. Sie sind, als eine Art Maschinenmenschen, völlig willenlos, lediglich in der Lage, Befehle zu empfangen und diese emotionslos auszuführen. Das mag effektiv sein, bedeutet aber gleichzeitig, dass diese „Drohnen“ – so werden sie in der Serie genannt – sich nicht anders verhalten wie Krebszellen, die den genetischen Befehl zur Vermehrung ausführen, ohne sich, (wie denn auch ohne die Fähigkeit zur Empathie ?), um Kooperation mit ihrer Umgebung zu bemühen. Interessanterweise lernt man dann im Film „Der erste Kontakt“ die sogenannte Borg-Queen kennen, und diese besitzt die Fähigkeit, menschliche Leidenschaft zu erfahren. Dadurch bekommt der Expansionsdrang der Borg einen menschlichen Aspekt und erscheint nicht mehr so sinnlos: Die Assimilation fremder Spezies erzeugt bei der Borg-Queen Lustgefühle, es verschafft ihr einen Kick.

Spiegelneuronen

Spiegelneuronen sind eine der faszinierendsten Entdeckungen der Hirnforschung der letzten 20 Jahre, oder besser, 22 Jahre (sie wurden 1992 zum ersten Mal beschrieben).Um was geht es ? Es geht darum, dass ein bestimmter Bereich unseres Gehirns bei der Wahrnehmung der Emotionen eines anderen Menschen – z.B. in Gestalt einer bestimmten Mimik, welche Ärger, Angst oder Freude ausdrückt, die gleichen Aktivitätsmuster aufweist, als wenn wir diese Emotionen selbst erleben.
Hier scheint ein Schlüssel zu liegen, der unsere Fähigkeit zur Empathie, also des Mitfühlens, auf der physiologischen Ebene erklärt. Im Vergleich mit einem Computerprogramm, das in der Lage ist, Gesichter zu erkennen,
sind wir als Mensch klar im Vorteil, da wir in der Lage sind, intuitiv zu erfassen, wie jemand „drauf“ ist, bzw. ob jemand „echt“ ist, oder nur so tut. Die Aussage: „Das nehme ich Dir nicht ab !“ treffen wir also in dem Moment, wo die Wahrnehmung eines Lächelns oder eines traurigen Gesichtausdrucks sich nicht mit dem Aktivitätsmuster deckt, welches unsere Gehirnzellen aufweisen, wenn wir selbst fröhlich oder traurig sind.
Da jedem noch so ausgetüfteltem Programm die Fähigkeit des Erlebens fehlt, wird es auch nicht in der Lage sein, den Gemütszustand eines anderen Menschen anhand einfacher Parameter, wie z.B. dem Abstand der Mundwinkel zur Gesichtsmitte oder dem Auftauchen einer Stirnfalte, einer „echten“ Stimmung zuzuordnen. Unseren Spiegelneuronen fällt das jedoch ganz leicht: Sie erzeugen das gleiche Gefühl wie jenes, welches  mein Gegenüber gerade erlebt, und das ganz selbstverständlich und natürlich, aufgrund unserer biologischen Ausstattung. Es stellt sich wieder einmal die Frage, wer der Herr im Hause ist: Geist oder Materie ?

Die Kunst des Staunens

Vor vielen Jahren, wir waren noch Teenager, war ich abends mit einem guten Freund in der Natur unterwegs, so eine Art Nachtwanderung halt.
Es war sternenklar, und ich erklärte meinem Freund den nächtlichen Himmel indem ich  auf einige mir bekannte Sterne und Planeten deutete :
„Guck mal, da ist der große Wagen, und da hinten leuchtet Jupiter, …“
Mein Freund meinte dann irgendwann: „Ich muss die Namen der Sterne da oben nicht kennen, um fasziniert zu sein.“ Da musste ich erst mal schlucken. Ich dachte: Man kann das doch alles erklären, das ist doch erstaunlich. Astronomie war damals meine große Leidenschaft, und ich konnte nicht verstehen, dass sich jemand der wissenschaftlichen Erklärung verschließt. Heute, etliche Jahre später, denke ich oft an diese Begebenheit.
Mein Freund hatte damals Recht: Diese Welt ist erstaunlich, und ich muss gar nicht alles erklärt bekommen. Gleichzeitig irrte er aber auch, denn: Das Staunen hört mit der Erkenntnis nicht auf. Jede noch so genaue Beschreibung dieser wunderbaren Welt macht das Ganze nur noch großartiger. Heute, mit dem Abstand von Jahren weiss ich, dass mein Freund und ich uns damals in unserer Auffassung der Wirklichkeit viel näher waren, als es nach Außen hin scheint, denn die sogenannte „nüchterne Betrachtung“ war mir schon damals genauso fremd wie ihm.

Buddha meets Heisenberg

Albert Einstein hat einmal gesagt : „Wenn es eine Religion gibt die sich mit wissenschatlichen Bedürfnissen vertragen kann, so wäre das der Buddhismus.“An dieser Stelle noch eine Buchempfehlung  :Wer sich intensiv sowohl mit der buddhistischen Sichtweise als auch der modernen Physik beschäftigt, dem mag auffallen, dass sich hier erstaunliche Parallelen finden lassen. Für mich persönlich war ein Buch die Initialzündung für derlei Betrachtungen, und zwar „Quantum und Lotus“. Die Autoren sind Matthieu Ricard und Trinh Xuan Thuan.Was den Dialog der beiden, und um einen solchen handelt es sich, besonders spannend macht, sind die Biografien der Beteiligten.Matthieu Ricard ist Molekularbiologe und Buddhistischer Mönch, als solcher unter anderem der persönliche Französisch-Dolmetscher desDalai Lama . Trinh Xuan Thuan kommt seinerseits aus einem buddhistischen Umfeld – er wuchs in Vietnam auf – und wurde    Astrophysiker. Gemeinsam loten die beiden die Schnittstellen der buddhistischen und der physikalischen Deutung der Natur aus. Ich kann diese Lektüre nur wärmstens empfehlen.

Das Enttäuschte Pferd

In der Comedy-Serie „Little Britain“ – in der deutschen Ausgabe kongenial synchronisiert von Oliver Welke und Oliver Kalkofe – gibt es einen Sketch, den ich in unserem Zusammenhang sehr bemerkenswert finde, und zwar jenen, in dem der skurrile Kunde Mr. Mann in Roy und Margaret’s Shop nach einem Bild fragt, auf dem ein enttäuschtes Pferd zu sehen sei. Als ich diesen Sketch zum ersten Mal sah, kam mir der Gedanke, dass es uns grundsätzlich nicht möglich ist zu erkennen, ob ein Pferd – oder irgend ein anderes Lebewesen – tatsächlich enttäuscht ist oder nicht. Ginge es um einen enttäuschten Menschen, würden wir erwarten, seinen Gefühlszustand an Äußerlichkeiten wie dem Gesichtsausdruck oder der Körperhaltung erkennen zu können. Da uns diese Möglichkeit im konkreten Fall bei einem Pferd verschlossen bleibt – mal abgesehen von der Frage, ob ein Pferd überhaupt enttäuscht sein kann – müssen wir bei der Frage nach einem Bild, das ein solches zeigt, unwillkürlich schmunzeln. Gleichzeitig können wir aber auch nicht ausschließen, das ein beliebiges Pferd, ganz gleich, ob es lebendig vor uns steht oder nur auf einem Gemälde oder Foto abgebildet ist, sich gerade in dieser Stimmung befindet. Daraus kann man schlussfolgern, dass die Menge an Information, die wir aus der bloßen Abbildung des Pferdes gewinnen können, verschwindend gering gegenüber dem ist, was sich im Kopf des Tieres gerade abspielt. Direkt erschließen tut sich die Stimmung des Pferdes nur dem Tier selbst, und somit laässt sie sich auch nicht objektivieren.

Geist und Materie

Eine der größten Inspirationsquellen sind für mich die Aussagen des Physikers und Trägers des Alternativen Nobelpreises Hans Peter Dürr . Dürr betont, das die Welt, die wir erleben, keinen dinglichen Charakter hat, sondern eine Beziehungsstruktur aufweist, welche wir direkt erfahren können. Er vermeidet den Ausdruck Realität (Res = lat. : Ding,Sache) und spricht stattdessen von einer Wirklichkeit, die unserer Welt zugrunde liegt. Er meint damit, dass das, was wir um uns herum wahrnehmen, keine materielle Ursache hat, sondern das etwas im Hintergrund wirkt, welches der Welt einen potenziellen Charakter gibt. Etwas flapsig könnte man auch sagen : Alles kann, nichts muss. Dieses Etwas kann man nach meinem Verständnis als Geist, Gott, Sinn, oder wie man möchte bezeichnen. Die meisten Menschen haben ein intuitives Veständnis von diesem Etwas, dass sich nicht erklären lässt, aber eben doch so real erlebt wird wie Zahnschmerzen. Einen schönen Einstieg in seine Gedankenwelt bietet dieses Interview mit Vesna Kerstan. Ein, wie ich finde, echtes YouTube-Highlight .

https://www.youtube.com/watch?v=sC1BZX3jpUAal

Entsteht der Geist im Gehirn ?

 Ich halte es nicht für plausibel, dass geistige Prozesse auf materielle Strukturen zurückzuführen sind. Eher scheint es so zu sein, das unser Gehirn wie ein Empfänger arbeitet, der die sprirituelle Wirklichkeit für uns transformiert und erlebbar macht. Da geistige Phänomene keine Objekte im physikalischen Sinne sind, können sie auch nicht als solche mathematisch beschrieben werden. Meßbar sind lediglich Gehirnaktivitäten, die zwar mit Gedanken und Gefühlen nachweislich korrelieren, aber nicht deren Ursache sind. So ruft zum Beispiel sichtbares Licht der Wellenlänge 700nm den Farbeindruck „Rot“ hervor, das Wesen dieser Farbe erschließt sich der naturwissenschaftlichen Betrachtung jedoch nicht, sondern ausschließlich unserem subektiven Empfinden. Kurzum : Auch wenn wir unser Gehirn mit
den modernen Methoden bis ins kleinste Detail per Scan erfassen, erklärt uns das doch nicht die Schönheit einer Sinfonie oder die Schmetterlinge im Bauch beim ersten Verliebtsein. Diese Aspekte unserer menschlichen Existenz gehören nicht in den Zuständigkeitsbereich der Wissenschaft, und viele, wenn nicht die meisten Naturwissenschaftler sind sich dessen bewusst, auch wenn gerade unter den Biologen ein anderer Trend vorherrschend zu sein scheint. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf zwei Bücher von Hoimar von Ditfurth hinweisen, der mit seiner populärwissenschaftlichen Reihe Querschnitte in den siebziger Jahren Fernsehgeschichte geschrieben hat.

Der Geist fiel nicht vom Himmel (1976)
Wir sind nicht nur von dieser Welt (1981)